justCHARGE: Wie NGEN das Laden von Elektrofahrzeugen verwaltet

Was sich an Standorten mit Ladestationen ändert
Die Zahl der Elektrofahrzeuge in Europa wächst schneller als die Ladeinfrastruktur. Für Standortbesitzer – etwa ein Hotel, ein Bürogebäude, ein Einkaufszentrum oder ein Unternehmen mit Fuhrpark – wirft dies eine neue betriebliche Frage auf: Wer darf laden, zu welchem Preis, wer stellt die Rechnung und wer weiß überhaupt, ob die Ladestation funktioniert?
In der Praxis werden diese Fragen oft manuell gelöst. Die Ladestation wird installiert, der Zugang ist entweder frei oder mit einem Schlüssel gesichert, der Verbrauch wird nicht pro Nutzer erfasst und die Abrechnung erfolgt nachträglich oder gar nicht. Dieser Ansatz funktioniert bei einem Ladepunkt. Bei fünf oder fünfzig bricht er zusammen.
Ladeinfrastruktur benötigt ebenso ein Software-Management wie jede andere Energieanlage am Standort.
Was justCHARGE ist
justCHARGE ist eine Softwareplattform für das Lademanagement von Elektrofahrzeugen, die 2023 von NGEN eingeführt wurde. Sie deckt den gesamten Ladezyklus ab: Nutzeridentifikation, Autorisierung, Erfassung der Ladevorgänge, Preisgestaltung, Bezahlung und Auszahlung an den Ladepunktbetreiber.
Die Plattform ist nicht an einen bestimmten Hardwarehersteller gebunden. Sie funktioniert mit jeder Ladestation, die das Protokoll OCPP 1.6 oder 2.0.1 unterstützt – den heutigen Industriestandard. Standortbesitzer können die Ausrüstung daher frei wählen, und bestehende Ladestationen lassen sich ohne Hardware-Austausch in das System einbinden.
Die Plattform wird in Wohnanlagen, Hotels und Gastronomiebetrieben, Bürogebäuden, öffentlichen Parkplätzen und gewerblichen Fuhrparks eingesetzt.
Für Fahrer: scannen, anstecken, laden
Das Haupthindernis beim öffentlichen Laden ist eher der Zugang als die Technik. Wer an einem unbekannten Standort ankommt, hat in der Regel nicht die passende App installiert und besitzt kein Konto beim jeweiligen Betreiber.
justCHARGE funktioniert daher ohne Registrierungspflicht:
QR-Code oder NFC – Der Fahrer scannt den Code an der Ladestation oder hält das Smartphone daran, und der Ladevorgang startet in der Web-App.
Zahlung per Karte, Apple Pay oder Google Pay – ohne Vorauszahlung und ohne versteckte Kosten.
Echtzeit-Karte – Verfügbarkeit der Ladestationen, aktuelle Preise und Ladegeschwindigkeiten.
AutoCharge – sofern von der Ladestation unterstützt, erkennt das System das Fahrzeug registrierter Nutzer beim Einstecken und startet den Ladevorgang automatisch, ganz ohne Scannen.
Für Gelegenheitsnutzer ist das bereits das gesamte Erlebnis. Regelmäßigen Nutzern bietet ein Konto zusätzlich einen Ladeverlauf, gespeicherte Fahrzeuge und hinterlegte Zahlungsmethoden.
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Für Ladepunktbetreiber: Preisgestaltung, Abrechnung, Übersicht
Aus Sicht der Eigentümer ist die Logik eine andere. Eine Ladestation muss die Energiekosten decken, im Idealfall Erträge erwirtschaften und darf keinen administrativen Aufwand verursachen.
Eigene Tarife: Der Betreiber legt den Preis fest und kann ihn nach Nutzergruppen staffeln – Öffentlichkeit, Mitarbeitende, Hotelgäste. Die Preise können einem Wochenplan folgen, mit unterschiedlichen Tarifen für bestimmte Stunden oder Tageszeiten.
Automatisierte Abrechnung: Zahlungen werden ohne manuellen Eingriff abgewickelt und die Einnahmen werden direkt an den Betreiber überwiesen.
Betriebliche Übersicht: Volle Transparenz über Ladevorgänge, gelieferte Kilowattstunden und den Status der Ladestationen, einschließlich Daten darüber, wann ein Ladepunkt nicht verfügbar war.
Für ein Hotel bedeutet dies, dass das Laden zu einem Gästeservice mit klaren Preisen wird. Für ein Bürogebäude wird der Parkplatz nicht mehr zum reinen Kostenfaktor. Für ein Unternehmen mit Fuhrpark wird der Verbrauch gemessen statt nur geschätzt.
Die Rolle von justCHARGE im NGEN-Ökosystem
NGEN entwickelt und betreibt Energiesysteme – von Solaranlagen und Batteriespeichern bis hin zum Energiemanagementsystem SG CONNECT. In diesem Rahmen ist das Laden von Elektrofahrzeugen eine der steuerbaren Lasten an einem Standort: groß, zeitlich verschiebbar und daher relevant für die Energiekosten des Standorts.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, Ladeinfrastruktur als Teil des übergeordneten Energiemanagements eines Standorts zu betrachten und nicht als isolierte Insellösung. Wo Erzeugung und Speicherung am selben Standort vorhanden sind, kann das Laden auf die verfügbare Energie und die Kapazitätsgrenzen des Netzanschlusses abgestimmt werden.
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