Arnoldstein, Österreich – 22 MW / 44 MWh
- 22 MW / 44 MWhKapazitätTesla MegapackTechnologie
- ArnoldsteinStandort2023 / 2025Inbetriebnahme / Erweiterung & Eröffnung

Projektüberblick
Eines der größten Batteriespeichersysteme Österreichs wurde 2025 mehr als verdoppelt, am selben Standort und hinter demselben Netzanschluss.
NGEN nahm die Anlage in Arnoldstein-Gailitz in Kärnten im September 2023 in Betrieb. Acht Tesla Megapack lieferten 10,3 MW und 20,6 MWh – damals das größte Batteriespeichersystem Österreichs. 2025 kamen sechs neue Megapack 2 XL hinzu, womit der Standort auf 22 MW und 44 MWh wuchs. Die erweiterte Anlage ging im Juni 2025 wieder ans Netz und wurde am 17. Oktober 2025 offiziell eröffnet.
Der Speicher steht eigenständig auf einem Industriegelände und ist über das 300 Meter entfernte Umspannwerk Gailitz an das österreichische Übertragungsnetz angeschlossen. Kunde ist der Netzbetreiber APG (Austrian Power Grid). Etwa alle zwei Sekunden erhält die Anlage von APG ein Signal, ob sie Energie aufnehmen oder abgeben soll. Sie folgt damit in der Praxis fortlaufend der Bilanz der österreichischen Regelenergie, statt nach Fahrplan zu arbeiten.
Die Hardware ist nur ein Teil des Projekts. Welchen Markt Arnoldstein in einem bestimmten Zeitraum bedient und zu welchem Preis, entscheidet die Software von NGEN – dieselbe Plattform, die die europäische Flotte des Unternehmens steuert.


Die Herausforderung
Mit dem Ausbau von Windkraft und Photovoltaik braucht Österreich Regelenergie, die in Sekunden abrufbar ist und nicht vorab eingeplant wird.
Wind und Photovoltaik nehmen einen wachsenden Anteil am österreichischen Erzeugungsmix und am verbundenen europäischen Stromnetz ein. Das erhöht den Druck auf den Übertragungsnetzbetreiber, die Frequenz bei 50 Hertz zu halten und Engpässe zu bewirtschaften. Es verändert die Art von Kapazität, die das System braucht. Weniger davon muss laufen, um bereit zu sein; mehr davon muss kurzfristig abgerufen und wieder freigegeben werden können.
An Speichern mangelt es Österreich grundsätzlich nicht. Allein in Kärnten steht der größte Pumpspeicherkomplex des Landes. Batteriespeicher ersetzen diesen Bestand auch nicht. Sie decken aber das schnellst-reagierende Ende des Spektrums ab, wo die Reaktion sofort erfolgen muss und der Abruf kurz bleibt. Diese Anlagen lassen sich dort errichten, wo das Netz sie braucht, statt dort, wo es die Topografie (Bspl Wasserkraftwerk) zulässt. Genau dafür wurde Arnoldstein gebaut.
Gebaut und angeschlossen zu sein, ist nur die Eintrittsbedingung. Von da an muss die Kapazität in jeder Viertelstunde des Jahres angeboten, bepreist und geliefert werden. Keine Leitwarte erledigt das von Hand. Deshalb ist die Betriebsfrage bei einem solchen Projekt eine Softwarefrage.
Die Lösung
Tesla-Megapack-Hardware, betrieben mit NGEN´s eigener Software.
Arnoldstein ist ein eigenständiger Batteriespeicher am Übertragungsnetz. Die Hardware setzt den Rahmen: 22 MW, zwei Stunden lang gehalten. Alles darüber hinaus ist eine Entscheidung welches Produkt zu welchem Zeitpunkt bedient wird.
Die Plattform verfolgt Netzzustand und Marktpreise fortlaufend, prognostiziert, wohin sich das System bewegt und positioniert die Anlage entsprechend. Sie verschiebt Kapazität zwischen Regelenergieprodukten und kurzfristigem Energiehandel, sobald sich Preise und Systembedarf ändern anstatt dieselben Megawatt mehreren Produkten gleichzeitig zuzusagen.
Der Standort liefert in die Regelzone von APG (Austrian Power Grid) und nimmt dadurch an den europäischen Regelenergieplattformen teil: PICASSO für die automatische Frequenzwiederherstellungsreserve (aFRR), der APG im Juni 2022 beigetreten ist, und MARI für die manuell aktivierte Reserve (mFRR). Diese Plattformen arbeiten zwischen Übertragungsnetzbetreibern, nicht zwischen Betreibern und einzelnen Anlagen. Für Arnoldstein heißt das: In Kärnten angebotene Kapazität kann am Ende eine Abweichung anderswo im Synchrongebiet ausgleichen.
Die Anlage wird rund um die Uhr aus NGENs Leitzentrale im slowenischen Žirovnica überwacht. Hier wird das gesamte europäische Portfolio aus Eigenanlagen als ein System führt. Hardwareseitig war es die Containerarchitektur, die die Erweiterung 2025 so unkompliziert machte: sechs weitere Einheiten auf demselben Grundstück, hinter demselben Anschluss, ohne einen einzigen Umbau.
Wichtigste Ergebnisse
Was dieses Projekt leistet.
Verdoppelt ohne neuen Standort
Sechs zusätzliche Megapack 2 XL brachten die Anlage von 10,3 MW auf 22 MW – auf demselben Grundstück und am selben Netzanschlusspunkt.
Regelenergie für APG
Kapazität für Austrian Power Grid, gesteuert über ein Signal, das etwa alle zwei Sekunden aktualisiert wird.
Flexibilität über Grenzen hinweg
Da APG an PICASSO und MARI teilnimmt, kann in Kärnten angebotene Kapazität für Abweichungen anderswo im Synchrongebiet aktiviert werden.
Bei der Eröffnung Österreichs größter systemdienlicher Batteriespeicher
Mit 44 MWh der größte Batteriespeicher des Landes, als die Anlagenerweiterung im Oktober 2025 eröffnet wurde.
